04. Februar 2020 | Allgemein

Zukunft des Neu-Ulmer Südstadtbogens gesichert: Investoren entwickeln Projekt in eigener Verantwortung weiter

Die Zukunft des Bauprojekts Südstadtbogen in Neu-Ulm ist gesichert. „Durch den Südstadtbogen wird es keine neue Bauruine in Neu-Ulm geben“, sagt Walter Hopp, geschäftsführender Vorstand der Realgrund AG. Die Investoren werden das Projekt eigenverantwortlich weiterentwickeln und fertigstellen. Sie befinden sich diesbezüglich bereits in der Umsetzungsplanung.

Bereits im Dezember hatte Hopp deutlich gemacht, dass aufgrund der Attraktivität des Standorts die Immobilienpreise signifikant gestiegen seien, wodurch sich ein Engagement der Investoren zur Fortführung des Projekts rechnen werde. Der Südstadtbogen ist eines der größten Investitionsprojekte der Neu-Ulmer Stadtgeschichte. Es umfasst auf einer Fläche von 16.800 Quadratmetern ein 13-stöckiges Bürohaus, 450 Wohnungen, davon 90 Einheiten für Senioren und betreutes Wohnen, sowie eine Tiefgarage mit 800 Stellplätzen auf drei Ebenen.

Die weiteren Projekte der Realgrund AG werden dem Markt angeboten. Dort zeichne sich nach Angaben des Realgrund-Vorstands bereits reges Interesse ab. Die Verhandlungen dazu werden in den kommenden Wochen intensiviert und konkretisiert.

Eine ganzheitliche Investorenlösung für das Unternehmen mit sämtlichen Projekten war angesichts der Marktlage nicht möglich. Daher gehen die Bauprojekte auf unterschiedliche neue Träger über. Dies stellt für die Gläubiger wie auch für Bauherren und Investoren die bestmögliche Lösung dar. Die Abwicklung der Realgrund AG ist entsprechend un vermeidlich. „Unsere Mitarbeiter sind am Markt sehr gefragt. Zahlreiche neue Anstellungen haben diese bereits vertraglich geschlossen – und das wird sich auch weiter fortsetzen. Wir unterstützen dabei selbstverständlich“, sagt Hopp.

 

Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet.

Am Samstag, 01. Februar 2020, hatte das Amtsgericht Ulm das Insolvenzverfahren der Realgrund AG eröffnet. Der weitere Verlauf erfolgt, wie schon zuvor das vorläufige Verfahren, in Eigenverwaltung. Begleitet wird das eröffnete Insolvenzverfahren weiterhin von Prof. Dr. Martin Hörmann, anchor Rechtsanwälte, als Sachwalter sowie dem Restrukturierungsexperten und Wirtschaftsprüfer Patrick Wahren von SGP Schneider Geiwitz als Handlungsbevollmächtigtem. 

Im Dezember 2019 hatte die Realgrund AG beim Amtsgericht Ulm einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Grund dafür war die Projektunterdeckung beim Bau des Südstadtbogens, da die Baupreise in den vergangenen drei Jahren seit Vertragsabschluss und Projektbeginn nach eigenen Angaben der Realgrund AG um mehr als 25 Prozent gestiegen seien.